der Abgeordneten Wolfgang Jörg und Hubertus Kramer SPD vom 22. Juni 2006
- Drucksache 14/2181 [13 KB]


Schulsozialarbeit in Hagen auch an Förderschulen?

Schulsozialarbeit ist an vielen Schulen in Nordrhein-Westfalen zu einem unabdingbaren Instrumentarium bei der Arbeit mit benachteiligten und problematischen Schülerinnen und Schülern geworden. Angesichts der festgestellten zunehmenden Verhaltensauffälligkeiten unter den immer jünger werdenden Schülerinnen und Schülern kommt es auf eine frühzeitige sozialpädagogische Prävention an. Je später Interventionen einsetzen, desto schwieriger und kostspieliger werden sie.

Die Problemfelder, mit denen sich die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter befassen müssen, sind vielfältig. Sie begegnen dem Dauerschwänzen (Absentismus) und dem Stören im Unterricht, sie begleiten die Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Schule in den Beruf, intervenieren bei Gewalttätigkeiten und anderen ungewünschten Vorkommnissen auf den Schulhöfen. Sie arbeiten dabei vielfach mit den Schülerinnen und Schülern, die aus problematischen Verhältnissen stammen und von ihren Elternhäusern nur selten oder nie Unterstützung und Hilfen erwarten können. Schulsozialarbeit ist somit ein sinnvolles und notwendiges Instrument, um die nordrhein-westfälische Jugend fit zu machen für ihr späteres selbstständiges und eigenverantwortliches Leben in unserer Gesellschaft.

Bislang werden Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter hauptsächlich an Hauptschulen eingesetzt. Allerdings ist es sinnvoll, diese Stellen auch Förderschulen einzurichten, da die Schülerinnen und Schüler dort oft noch größere Probleme haben als ihre Altersgruppe an den Hauptschulen.


Wir fragen daher die Landesregierung:

1. Wie viele Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sind bislang an den Hauptund Förderschulen in Hagen eingesetzt?

2. Beabsichtigt die Landesregierung, neue Stellen für Sozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter an den Schulen in NRW zu schaffen?

3. Wie viele Stellen für Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sollen künftig an den Hauptschulen in Hagen eingerichtet werden?

4. Wie viele Stellen für Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sollen künftig an den Förderschulen in Hagen eingerichtet werden?

5. Beabsichtigt die Landesregierung, die Förderschulen künftig besser mit Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern auszustatten?



Wolfgang Jörg
Hubertus Kramer





Antwort

der Ministerin für Schule und Weiterbildung vom 10. August 2006 namens der Landesregierung:
- Drucksache 14/2360 [14 KB]

Zur Frage 1
Schulsozialarbeit ist eine originäre Aufgabe der Schulträger. Zur Unterstützung besonderer pädagogischer Aufgaben ermöglicht das Land den Einsatz sozialpädagogischer Fachkräfte auf Stellen des Landes.

An den Hauptschulen in der Stadt Hagen sind acht sozialpädagogische Fachkräfte und an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen in der Stadt Hagen ist eine sozialpädagogische Fachkraft auf Stellen des Landes eingesetzt.


Zu den Fragen 2 bis 5
Mit dem neuen Schulgesetz wird die Eigenverantwortung der Schulen in Nordrhein-Westfalen gestärkt. Nach dem Haushaltsgesetz 2006 ist es zugelassen, dass bei entsprechendem Bedarf Lehrerstellen in begrenzter Zahl zur Mitwirkung bei unterrichtlichen Tätigkeiten auch durch andere Personen als Lehrkräfte in Anspruch genommen werden dürfen. Die von der Vorgängerregierung bis zum 31.07.2006 befristeten Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte an Hauptschulen (250 Stellen) hat die Landesregierung zwischenzeitlich alle entfristet. Fragen zur Weiterentwicklung der Zeitbudgetstellen an Förderschulen werden derzeit geprüft.