Ziel der Integration ist die gleichberechtigte (Möglichkeit der) Teilhabe am gesellschaftlichen, sozialen, ökonomischen, politischen und kulturellen Leben. Gelungene Integration führt im Ergebnis zur sozialen, politischen und ökonomischen Gleichstellung mit Blick auf Einkommen, Bildung, Rechtstellung, Wohnsituation, Teilhabe und soziale Sicherheit. Integration verlangt nicht die Preisgabe von Andersheiten, von religiösen und kulturellen Identitäten sowie von gewachsenen Traditionen. Unser Gemeinwesen ist von jeher pluralistisch und muss es auch bleiben. Wir brauchen eine Kultur der Anerkennung.

Integration ist aber keine Einbahnstraße. Aufnehmende Gesellschaften und Einwanderer müssen in gleicher Weise Anstrengungen unternehmen, damit Integration gelingt. Es gilt der Grundsatz "Fördern und Fordern".



Islam

Mehr als 3,5 Millionen Menschen muslimischen Glaubens leben in Deutschland, der allergrößte Teil hat einen Migrationshintergrund. Muslime sind in Deutschland damit die drittgrößte Religionsgemeinschaft nach den beiden christlichen Kirchen. Insofern sind die Integration von Migrantinnen und Migranten in die deutsche Gesellschaft und die Anerkennung des Islam als Religionsgemeinschaft ganz eng miteinander verknüpft. In dem Maße wie der Islam als gleichberechtigte Religion Anerkennung findet, wird die Integration in Deutschland besser gelingen.

Es bleibt festzustellen, dass die stark in religiösen Traditionen verharrenden Muslime in Deutschland eher die Minderheit unter den Menschen muslimischen Glaubens ausmachen. Die Fundamentalisten sind als verschwindend kleine Minderheit zu bezeichnen.



Migration

Bereits im nächsten Jahrzehnt wird in den Kernstädten des Ruhrgebietes die Mehrheit junger Menschen einen Migrationshintergrund haben. Wir müssen einerseits denen gerecht werden, die mehr Integration und Gleichberechtigung für Migrantinnen und Migranten fordern und andererseits denen, die von der Schnelligkeit des sozialen Wandels überfordert sind und die deshalb mit Ablehnung auf Migrantinnen und Migranten reagieren. Integrationspolitik kann deshalb nur erfolgreich sein, wenn sie als Querschnittsaufgabe verstanden und umgesetzt wird. Ihre Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen für gesellschaftliche und individuelle Integration zu schaffen.