Hagen, den 26. April 2006


Aufruf zum 1. Mai

Der Vorsitzender der Hagener SPD, Wolfgang Jörg, und der Vorsitzender der Hagener Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD, Gerd Homm, rufen alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu auf, am 01. Mai 2006 um 10.00 Uhr an der Demonstration des DGB (Treffpunkt: Johanniskirche) und der anschließenden Kundgebung im Volkspark teilzunehmen:

"Die Würde des Menschen steht im Mittelpunkt unserer Politik. Wirtschaftlicher Erfolg und soziale Sicherheit sind kein Gegensatz, sie bedingen einander. Unser Sozialstaat soll soziale und ökonomische Teilhabechancen für alle Bürgerinnen und Bürger gewährleisten und Ausgrenzungen beseitigen. Soziale Sicherheit ist Voraussetzung für die freie Entfaltung des Menschen und seine Fähigkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Wir wollen diesen Sozialstaat mit den Kernelementen Soziale Sicherheit, Emanzipation und Chancengleichheit verteidigen.

Wir verteidigen die erkämpften Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Für uns stehen Tarifverträge und die Tarifautonomie nicht zur Disposition. Die Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf gleicher Augenhöhe gehört zu den zentralen Grundlagen unserer sozialen Wirtschaftsordnung. Wir wollen gesicherten Kündigungsschutz für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer! Und wir wollen Schluss machen mit den befristeten Arbeitsverträgen ohne sachlichen Grund. Man kann nicht einerseits die Kinderlosigkeit in unserem Land beklagen und andererseits immer mehr gerade junge Menschen in prekäre Arbeitsverhältnisse abschieben.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben seit Jahren große Opfer gebracht. Die Reallöhne sind gesunken, während die Gewinne aus Unternehmens- und Vermögenseinkommen deutlich gestiegen sind. Die Lohnzurückhaltung hat nicht zu mehr Beschäftigung geführt, sondern zu Nachfrageschwäche und rückläufiger Beschäftigung. Wir unterstützen die gewerkschaftliche Lohnpolitik, die sich an Komponenten Produktivitätssteigerung, Inflationsausgleich und Verteilungsgerechtigkeit orientiert.

Wir wollen gerechtere Löhne für gute Arbeit. Erwerbsarbeit muss die Existenz sichern. Aber 2,5 Millionen Menschen erhalten trotz Vollzeitarbeit Armutslöhne. Diese Niedriglöhne sind kein Einstieg in eine bessere Zukunft, sondern bedeuten meist Verharren in Armut. Aus sozialen und ökonomischen Gründen muss der Niedriglohnsektor zurückgedrängt werden.

Wir fordern die Ausweitung des Arbeitnehmerentsendegesetzes auf alle Wirtschaftsbereiche und einen gesetzlichen Mindestlohn. Wir brauchen eine Absicherung nach unten, tariflich und gesetzlich!

Gemeinsam mit unserer Gewerkschaften demonstrieren wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten am 01. Mai 2006 für menschenwürdiges Leben und Arbeiten und für soziale Gerechtigkeit."