Hagen, den 17. August 2006


Nordrhein-Westfalen wird schlecht regiert!
Schwarz-Gelb boxt neues Schulgesetz durch

Die schwarz-gelbe Landesregierung hat im Juni dieses Jahres das neue Schulgesetz gegen den Willen der SPD-Fraktion und trotz heftiger Kritik seitens verschiedener unabhängiger Fachleute aus dem Schulbereich durchgeboxt. Die fatalen Auswirkungen, die diese Änderungen mit sich bringen, hat am 17. August 2006 die stellvertretende schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Renate Hendricks, vor rund 50 Gästen im Kegelcasino dargestellt.

"Die NRW-Landesregierung will den Menschen im Land glauben machen, sie hätten das modernste und beste Bildungssystem in Europa auf den Weg gebracht. Doch die Menschen haben längst verstanden, dass es das nicht ist", so Hendricks. Ein modernes Schulsystem verzichte auf frühe und strikte Auslese. Doch genau dies sei der Grundgedanke des schwarz-gelben Schulverständnisses.

"Das neue Schulgesetz ist falsch", meinen auch die Hagener Landtagsabgeordneten Wolfgang Jörg und Hubertus Kramer. Es werde die Selektion verschärfen, die Bildungsbeteiligung mindern und den Elternwillen schwächen: "Das Elternrecht bei der Wahl der weiterführenden Schule wird ausgehebelt. Die Abschaffung der Grundschulbezirke verschärft die soziale Auslese und wird die Grundschulen in einen unverantwortlichen Wettbewerb führen."

Die im Grundschulbereich begonnene Auslese werde durch die Abkopplung der Gymnasien von den restlichen Schulformen der Sekundarstufe I weiter zementiert. Hendricks' Kritik: "Der Übergang von der Sekundarstufe I auf das Gymnasium wird fast unmöglich gemacht aus rein ideologischen Gründen. Ausgewiesene Schulexperten haben sich gegen das Schulgesetz ausgesprochen. Das hat Schwarz-Gelb einfach ignoriert!"


Renate Hendricks