Hagen, den 30. August 2005


Zur Situation am Hagener Theater

Angetrieben durch die dramatisch schlechte finanzielle Situation der Stadt Hagen haben sich die politisch Verantwortlichen über alle Parteigrenzen hinweg zusammengesetzt, um über neue kreative und kostengünstigere Strukturen in den Hagener Kulturbetrieben nachzudenken. Das Ziel hierbei soll sein, die Kulturlandschaft mit dem Theater und Orchester als Mittelpunkt nachhaltig zu sichern.

Dabei war den Beteiligten sehr schnell klar, dass gerade das Theater in der bestehenden Organisationsstruktur diese gewünschten Ziele nicht erreichen kann. Deshalb haben sich die politisch Verantwortlichen verabredet, einen Neuanfang im Theaterbereich zu wagen. Einher mit dieser Entwicklung geht das vertragliche Ende mit dem Intendanten Rainer Friedemann. Diese Konstellation sollte auch mit einem personellen Neuanfang verbunden werden. Dass zeitlich befristete Verträge nicht verlängert werden, ist normal und bei diesem Hintergrund sicherlich auch verständlich. Herr Friedemann hat in seiner Zeit am Hagener Theater eine gute Arbeit geleistet. Ich bedaure außerordentlich, dass aufgrund einer Indiskretion im Verlauf des Verfahrens die Presse vor Rainer Friedemann informiert wurde. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass alle Fraktionen im Rat der Stadt diese Entscheidung gemeinsam tragen.

Die Diskussion um neue Wege im Theater kann auch für andere Hagener Kulturbereiche beispielgebend sein. Dies ist aber keineswegs miteinander verbunden, da es für unterschiedliche Einrichtungen auch unterschiedliche Lösungen geben kann. Alle Verantwortlichen sind sich einig, diesen Prozess ergebnisoffen, bestandssichernd und mit ausreichender Zeit zu führen. Ziel aller Beteiligten ist der Erhalt der kulturellen Vielfalt in unserer Stadt.