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Präsidentin Regina van Dinther:
Danke schön, Herr Lindner. – Für die SPD-Fraktion spricht jetzt Herr Jörg.

Wolfgang Jörg (SPD): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch wenn es schon spät am Tag ist, ist es gleichwohl schön, einen gemeinsamen Antrag zum Kinder- und Jugendschutz im Medienbereich zu verabschieden. Für mich ist es der erste gemeinsame Antrag in diesem Hause. Dass er gerade zu diesem Thema ist, finde ich toll.

Der Antrag zeigt: Das Parlament hat nicht nur insgesamt das Problem erkannt, sondern will auch fraktionsübergreifend Maßnahmen beschließen. Wir wollen kein parteipolitisches Süppchen kochen – auch wenn ich gerade bei Ihnen leichte Hinweise darauf in den Zwischentönen Ihres Beitrags gehört habe, Herr Lindner –, denn wir liegen mit den Zielen nicht weit auseinander und mit unseren ideologischen und parteipolitischen Kämpfen können wir den Kindern und Jugendlichen im Kern nicht weiterhelfen.

Die Medienlandschaft hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Immer vielschichtigere Angebote werden in ihren Inhalten immer unkontrollierbarer. Wir stehen erst am Beginn einer technischen Entwicklung, die sich in ihren Möglichkeiten, Daten an jeden beliebigen Platz auf der Welt weiterzuleiten, fast jährlich selbst revolutioniert.

Kinder und Jugendliche verfolgen diese Entwicklung nicht nur sehr intensiv, sondern sie leben diese Entwicklung sozusagen parallel zu ihrer eigenen Entwicklung mit. Das birgt enorme Gefahren. Diese virtuellen Räume sind für Eltern und Pädagogen häufig nicht zugänglich. Es entwickeln sich für Kinder und Jugendliche Welten, in denen kommerzielle und andere – manchmal schlimmere – Absichten ungefiltert und unkommentiert auf Kinder und Jugendliche einwirken können. Bereits heute ist nachgewiesen, dass der starke Konsum von Computer- und Videospielen unter Umständen eine Abhängigkeit bei Kindern und Jugendlichen auslöst, die in allen Kriterien einer Spielsucht ähnelt.

Ich habe schon gesagt, es ist für Eltern und Pädagogen fast unmöglich, diese Welten zu kontrollieren. Deshalb ist es richtig, dieser Entwicklung mit einer Reihe von Maßnahmen entgegenzutreten. Der Antrag zeigt reichlich Möglichkeiten dazu.

Für mich ist das Wichtigste der Ansatz, die Kompetenz der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Sie müssen in der Lage sein, selbst zu beurteilen, welche Angebote gut und welche schlecht sind. Sie müssen in ihrer Entwicklung immer wieder neu entscheiden, was sie aus der virtuellen Welt wählen und was nicht.

Es ist ein schwieriges Unterfangen, einen Überblick zu entwickeln, welche Medien wertvoll sind. Dies gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für manche Erwachsene und – so glaube ich – für manchen Abgeordneten.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Kompetenz können die Kinder und Jugendlichen allerdings nicht ohne ihre Eltern entwickeln. Deshalb möchte ich noch einmal darauf hinweisen: Der Online-Ratgeber für die Computerspiele ist eine gute Hilfe. Das ist gar keine Frage. Das kann aber nur der Anfang sein. Denn die Medienkompetenz der Eltern ist ausschlaggebend für die Entwicklung der Kompetenz ihrer Kinder in der Medienwelt. Mit Medienkompetenz ist nicht nur der Umgang mit den neuen Techniken gemeint. Die Auswahl der Tageszeitung gehört genauso dazu wie die Auswahl der Bücher oder der Bilderbücher und der Spiele für die Kinder.

Ich will den Rahmen des Antrags nichts sprengen. Er eröffnet uns einen guten Weg, um den neuen Herausforderungen im Sinne unserer Kinder zu begegnen. Es ist aber erst der Anfang.

Wir brauchen mehr Partner bei den Eltern, in den Einrichtungen und in den Schulen, die das Problem als ernsthaft und gefährdend für unsere Kinder erkennen und gemeinsam mit uns einer negativen Entwicklung entgegentreten wollen. Lassen Sie uns zusammen auf das Problem aufmerksam machen. Meine Fraktion stimmt diesem Antrag von Herzen zu. – Vielen Dank.

(Beifall von der SPD)

Präsidentin Regina van Dinther: Danke schön, Herr Jörg.

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